Jüdisch-arabische Identitäten im postkolonialen kulturellen Diskurs
Regie: Samir, Schweiz / Deutschland 2002, 112 Min., Deutsch/ Arab./ Hebr./ Engl. mit engl. UT
Als der irakisch-schweizerische Filmemacher Samir sich auf die Suche nach Genossen seines Vaters aus der irakischen kommunistischen Partei machen will, stößt er auf die ihm unbekannte Geschichte ihrer jüdischen Mitglieder und beschließt, sie aufzusuchen. Vier irakische Intellektuelle in Israel – Arabisch-Professor Shimon Ballas, Bestseller-Autor Sami Michael, Immobilienhändler Moshe Houri, der ausschließlich auf Arabisch publizierende Autor Samir Naqqash sowie die in New York lebende Professorin für Film und Cultural Studies Ella Shohat reflektieren über ihre eigene Auswanderungs- und Vertreibungsgeschichte, den kulturellen Spagat als jüdische Araber in einer eurozentristischen Umgebung und mediale Repräsentation und kulturelle Stereotype. Geschickt verwebt Samir persönliche Interviews mit historischen Archivbildern, Aufnahmen der aktuellen Lebensräume und auch Filmausschnitten, die einen umfassenden Einblick besonders in die jüdisch-irakische Exilgemeinde gewähren, aber auch generelle Fragen nach den vermeintlich binären Konzepten von „Jüdisch“ und „Arabisch“ stellen, die jeder der Protagonisten unterschiedlich beantwortet.


